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Burning Witches - Promobild 2021
Di, 11. Mai 2021

Burning Witches – Interview mit Romana Kalkuhl und Larissa Ernst

Heavy Metal
25.05.2021
Burning Witches - Promobild 2021

Familienbande

Wie in der Plattenkritik zu „The Witch Of The North“ (siehe Review) bereits erwähnt, haben die Burning Witches mit ihrem vierten Studioalbum „The Witch Of The North“ ein neues Kapitel in ihrer noch jungen Bandgeschichte aufgeschlagen. Heavier und epischer – dies die beiden Schlagwörter, welche sich wie ein roter Faden durch das neue Werk schlängeln.

Doch wo genau lässt sich dieses heavy-episch festmachen? Und wie einfach war es für die neu in den Hexenzirkel eingetretene Larissa, sich in das bestehende Gefüge zu integrieren? Wir haben uns mit den beiden Gitarristinnen Romana Kalkuhl und Larissa Ernst über die Vorteile des Lockdowns, das geniale Cover Artwork, ihr goldenes Händchen bei der Auswahl von Coversongs sowie ihre Lieblingstracks auf der neuen Scheibe unterhalten. Und natürlich widerlegen wir auch ein für alle Male die Behauptung, dass Metalheads nur bis drei zählen können! Auf die Besen, fertig…….

Metalinside (Sandro): Romana, Larissa, ganz herzlichen Dank, dass ihr beide euch die Zeit für dieses Telefon-Interview nehmt! Damit sich nachher bei der Niederschrift des Gesagten keine Verwechslungen einschleichen – könntet ihr beide bitte kurz euren Namen sowie ein, zwei Sätze sagen?

Romana: Ok, hier ist Romana – und du wirst mich sicher an meinem Hochdeutsch gut erkennen können (lacht).

MI: Alles klar, das macht sie Sache natürlich bedeutend einfacher…

Larissa: Und ich bin Larissa.

MI: Es ist nun ziemlich genau 14 Monate her, seit ich mich mit Jay (Grob) über „Dance With The Devil“ unterhalten habe (zum Interview). Zu diesem Zeitpunkt ging die ganze Covid-Geschichte ja erst so richtig los, und gerade bei euch hat sich in der Zwischenzeit ja so einiges getan – dazu gleich. Vorab würde es mich aber interessieren, ob es trotz dieser eher düsteren Zeit den einen oder anderen Lichtblick für euch gab. Habt ihr zum Beispiel ein neues Hobby entdeckt?

Romana: Ich würde sagen, man hat generell mehr Zeit für alles Mögliche – zum Beispiel zum Kochen (lacht). Das ist etwas, das ich in den letzten Monaten für mich entdeckt habe. Zudem fahre ich mehr Velo und mache generell mehr Sport. Und dann natürlich die Zeit, die wir in unserer neuen Gruppenzusammensetzung als Burning Witches zusammen verbringen. Wir treffen uns fast jeden Tag und unternehmen viel zusammen.

Larissa: Ich bin ja just zu dieser Zeit zur Band gestossen, was für mich natürlich ein riesiges Highlight war – beziehungsweise DAS Highlight überhaupt. Und dank des Lockdowns hatte ich auch genügend Zeit, um alles einzuüben. Und wie Romana bereits gesagt hat, unternehmen wir auch viel gemeinsam, essen und trinken zusammen, wenn man kann, gehen shoppen… alles Mögliche eben.

MI: Demnächst erscheint euer neues Album „The Witch Of The North“. Im Promotext heisst es dazu, dass euer Sound heavier und epischer als je zuvor sei. Wie würdet ihr einer aussenstehenden Person erklären, was es damit auf sich hat? Wie und wo kann man das auf eurer neuen Scheibe erkennen?

Romana: Aus meiner Sicht lässt sich dies besonders gut bei den Gitarrenriffs wie auch beim Gesang erkennen. Alles ist einfach – ja – heavier geworden, die Songs sind generell schneller und härter, auch durchstrukturierter ausgefallen. Sie sind zudem melodiöser als bisher und es sind mehr zweistimmige Gitarren im Spiel.

Larissa: Und das epische kommt halt auch ganz klar durch die zugrunde liegende Thematik, die darin enthaltene Mythologien und Geschichten zum Tragen.

Romana: Genau. Ausschlaggebend dafür war eigentlich der erste Song, den wir geschrieben haben: „The Witch Of The North“. Da hatte ich die Melodie, die man gleich am Anfang hört, zuerst, und irgendwie kamen wir dann zum Schluss, dass das sehr wikingerhaft und auch sehr episch klingt. Anhand dieses Motivs haben wir danach dann die Songs weiter aufgebaut und arrangiert.

MI: Habt ihr beim Songwriting im Vergleich zum Vorgänger irgendetwas verändert?

Romana: Vom Ablauf her war es eigentlich wie immer. Was es aber zu erwähnen gilt: Larissa hat so einige Ideen und Melodien beigesteuert, und auch die Solos sind anders ausgefallen, als die noch bei „Dance With The Devil“ der Fall war. Aber sonst haben wir beim Prozess des Songwritings zumindest bewusst nichts verändert. Ich führe das eher darauf zurück, dass wir uns alle weiterentwickelt haben – jede für sich, aber auch wir alle gemeinsam als Band. Und auch Laura hat ihren Stil gefunden.

Larissa: Ich würde sagen, es hat schon sehr viel damit zu tun, wie wir als Band zusammengewachsen sind.

MI: Larissa, wie bist du zu den Hexen gestossen, und wie schwierig war es für dich, dich ins Bandgefüge einzugliedern?

Larissa: Das war überhaupt nicht schwierig, im Gegenteil, es war von Anfang ein einfach nur toll! Eigentlich steckt hinter dem Ganzen ja eine recht lustige Geschichte. Romana und ich kennen uns schon sehr lange, quasi von Klein auf, als wir so 6 Jahre als waren…

MI: Eine Sandkastenfreundschaft…

Larissa: (lacht) Beinahe – wir haben zusammen im Kinderchor gesungen, und anschliessend bin ich noch zirka zehn Jahre zu ihrer Mutter in den Klavierunterricht gegangen. Danach haben wir uns dann etwas aus den Augen verloren – bis wir dann wieder denselben Gitarrenlehrer hatten – Damir (lacht). Und dann war ich ja auch noch ein paar Jahre lang bei Gonoreas dabei. Im letzten Jahr haben sich unsere Wege dann aber wieder irgendwie gekreuzt, was mich sehr gefreut hat. Und danach ging es praktisch Schlag auf Schlag. Zunächst war ich ja erst einmal als Gastmusikerin bei dieser Corona Acoustic Session mit dabei, und da habe ich zum ersten Mal bemerkt, wie unglaublich cool die Atmosphäre ist. Das ist nicht einfach nur eine Band, das ist wie in einer Familie – mit den Girls, mit Schmier, mit Damir… Das Ganze ist einfach mega cool!

MI: Ihr habt vorhin angesprochen, dass auch die Gesangsparts von Laura ausgereifter geworden sind. Kann es sein, dass ihr damals bei „Dance With The Devil“, als sie noch neu dabei war, noch nicht so genau abschätzen konntet, was ihre Stimme alles zulässt, nun aber bewusster auf sie zugeschnitten geschrieben habt?

Romana: Ich sehe es eher so, dass sie sich im gesanglichen Bereich selbst gefunden hat und nun genau weiss, wie sie ihre Vocalparts ausgestalten möchte. Als Seraina uns damals verliess, ging alles sehr schnell. Vor ihrer ersten Show mit uns am Sweden Rock hatte Laura gerade mal eine Woche Zeit, um die Songs einzustudieren (lacht). Das war schon sehr heftig für sie. Und anschliessend ging es schon bald ab ins Studio. Klar, dass sie da noch nicht allzu viele Idee hatte und unseren Sound erst noch näher kennenlernen musste. Aber jetzt, da sie länger bei uns ist – gut, so lange nun auch wieder noch nicht (lacht) – hat sie sich und ihre Stimme enorm weiter entwickelt.

Überhaupt funktionieren wir nicht so, dass wir ihr vorschreiben würden, wie sie etwas zu singen hat. Ich schicke ihr die Songideen, sie hört es sich an, ergänzt und überarbeitet es mit ihren Inputs und schickt es dann zurück. Zudem ist sie ja auch für die Lyrics zuständig. Das Ganze hat sich wirklich prächtig entwickelt.

MI: Gibt es einen Song auf „Witch Of The North“, den ihr speziell mögt, oder auf den ihr stolz seid?

Romana: Eine schwierige Frage, denn da müsste ich fast alle Tracks aufzählen, da ich sie alle recht geil finde. Früher war es eher so, dass ich mir unsere neuen Songs nach dem Ende der Studioaufnahmen eigentlich gar nicht mehr angehört habe (lacht). Irgendwie spannend, wenn man das so sagt. Bei „Witch Of The North“ ist es nun aber so, dass ich mich ins Auto setze und mir das Album immer und immer wieder anhöre – also alle Songs, ich picke mir da nicht einfach ein paar heraus. Aber wenn ich mich denn festlegen müsste, so fiele meine Wahl auf „The Witch Of The North“, „We Stand As One“, sowie „The Lady Of The Woods“, da bei dieser Ballade mein Papa mit von der Partie, der ja im Opernhaus Zürich singt. Irgendwie war das stets ein Traum von mir, dass er einmal bei einem unserer Songs mitsingt, und ich bin total glücklich, dass das geklappt hat.

MI: Womit du mir meine Frage, ob ihr für diesen Song speziell einen Tenor angeheuert habt, bereits beantwortet hättest. Und bei dir, Larissa?

Larissa: Mir geht es eigentlich gleich wie Romana, ich finde alle ultimativ geil und eben episch (lacht). Am meisten mag ich „Flight Of The Valkyries“, speziell auch wegen dieses Überraschungseffektes zu Beginn, wenn die Leute den Song hören und ihn für eine Ballade halten, bevor es dann voll abgeht.

MI: In eurer ersten Singleauskopplung „Circle Of Five“ dürfte wohl primär auch der Wechsel von Sonia zu Larissa thematisiert worden sein, auch wenn man inhaltlich natürlich auch an ein Pentagramm denken kann.

Romana: Ich würde sagen, beides trifft irgendwie zu, auch wenn natürlich der erste Punkt im Zentrum stand. In einer Band ist es nicht immer einfach, dass sich alle gut verstehen, und als Larissa zu uns stiess hatten wir wirklich das Gefühl, dass wir nun endlich die Truppe beisammenhaben, die wir uns schon immer gewünscht hatten. Und wir hoffen natürlich auch, dass das so bleibt, sicher sein kann man da aber ja leider nie. Ich denke, das ist in jeder Band so.

MI: Und der Schluss des Liedes beweist zudem, dass Metalheads nicht nur bis drei zählen können (beide lachen). Was war schlussendlich ausschlaggebend, dass Sonia die Burning Witches verlassen hat?

Romana: Ich denke, jeder Charakter ist anders. Und – speziell mir – ging es von Anfang an eigentlich hauptsächlich darum, Spass an dem zu haben, was wir machen. Musik ist sozusagen unser Hobby, wir hätten damals nie gedacht, dass es auf einmal so losgeht – und noch können wir nicht abschätzen, wohin uns unsere Reise noch führen wird. Wenn man aber nur noch den Erfolg sieht, ihm nachrennt und einfach immer nur als Profi funktionieren muss, um noch bekannter, noch grösser zu werden, dann ist das überhaupt nicht meins. Bis jetzt hatten wir auch sehr viel Glück, dass sich alles so positiv entwickelt hat, und wir sind auch mega stolz und glücklich darüber, aber eben, der Spass muss trotz allem im Vordergrund stehen, sonst löscht es einem ab. Zudem wollte sie ja auch einen anderen Musikstil spielen.

Larissa: Was für mich natürlich ein Glücksfall war, da das, was wir jetzt machen, zu 10’000 Prozent der Stil ist, den ich eben auch geil finde.

MI: Ihr seid ja auch bekannt dafür, in Sachen Coverversionen ein goldenes Händchen zu haben, man denke nur an „Holy Diver“ von Dio oder Manowars „Battle Hymn“ auf eurem letzten Album. Und nun „Hall Of The Mountain King“ von Savatage. Wessen Idee war das?

Romana: Die Idee kam von Laura. Sie hat mir damals den Song zugeschickt mit der Frage „Hey, wollen wir nicht diesen Song covern?“ Natürlich waren wir gleich Feuer und Flamme, da wir ja alles grosse Fans dieser Band sind… was man ja auch an der Gitarre sehen kann [Romanas Begeisterung ging sogar so weit, dass sie sich dasselbe Gitarrenmodell besorgte, mit dem der unvergessene Criss Oliva die Nummer 1987 einspielte].

Larissa: Und der Song passt eben auch perfekt aufs Album.

Romana: Zudem hatten wir auch noch das Glück, dass sich ein Kontakt zu Chris Caffery [Savatage, Trans-Siberian Orchestra] herstellen liess, und wir ihn so fragen konnten, ob er bei diesem Track nicht das Solo spielen möchte. Lustigerweise hat er uns dann nicht nur diesen Part geschickt, sondern den ganzen Song – er spielt da nun also Rhythmus, Melodie und Solos (lacht).

MI: Ich glaube irgendwo gelesen zu haben, dass ihr ursprünglich etwas von Saxon machen wolltet. Hattet ihr schon was Bestimmtes angedacht?

Romana: Genau, das war eigentlich der ursprüngliche Plan, und wir hatten auch schon mal kurz mit Schmier und Damir darüber gesprochen. Konkret war aber noch nichts.

MI: Was würdet ihr sonst noch gerne covern?

Romana: Iron Maiden wäre cool, Van Halen könnte ich mir auch noch sehr gut vorstellen. Das ist halt immer schwer vorherzusagen. Bis jetzt haben wir uns immer sehr spontan entschieden, und ich denke, es wird sich auch das nächste Mal wieder so ergeben.

MI: Die neue Scheibe wird ja auch von einer Art Konzept zusammengehalten – die nordische Mythologie (ein paar Details dazu findet ihr in der Review zur Scheibe). War das Lauras Idee?

Romana: Ganz klar ja. Laura ist primär für die Lyrics zuständig, sie liefert mir diesbezüglich immer wieder Inputs und fragt auch immer wieder nach, ob wir irgendwelche Inputs hätten. Damir war diesbezüglich auch schon das eine oder andere Mal aktiv, aber generell stammt alles von ihr.

MI: Demzufolge ist Laura auch die Person, welche sich mit dieser Thematik am engsten auseinandersetzt?

Romana: Genau, das ist ihr Ding. Lediglich bei „We Stand As One“ kam sie nicht weiter und hat uns um weiterführende Ideen gebeten – „We Stand As One“, wir stehen zusammen, könnt ihr mir da ein paar weiterführende Stichwörter geben…

Larissa: Wir hatten da gerade eine Bandprobe und natürlich gleich etwas Brainstorming gemacht, was uns alles so dazu einfällt. Wie man sich zum Beispiel an einem Metalkonzert fühlt, getragen von dieser einzigartigen Stimmung, wenn man realisiert, dass eben alle füreinander einstehen – wenn etwas passiert, so hilft man einander. Ein Feeling, das uns weltweit verbindet – eben eine Art Metal-Familie.

MI: Kann es sein, dass das Album, so wie es geworden ist, auch eine Art Reifeprozess bei euch als Band widerspiegelt?

Romana: Eine schwierige Frage… kann gut sein, schliesslich hatte Laura wegen Corona mehr Zeit, sich hinzusetzen und sich mit der ganzen Materie auseinanderzusetzen. Und natürlich hat auch die Stimmung innerhalb der Band einen grossen Einfluss auf die Art und Weise, wie ein Song schlussendlich wird. Gut möglich, dass man dies heraushört.

Larissa: Die ganze Stimmung war während den Aufnahmen einfach enorm inspirierend – wenn man dies aus der fertigen Aufnahme heraushört, so ist das natürlich umso schöner!

MI: Mit dem Cover Artwork von Claudio Bergamín hat es noch etwas Spezielles auf sich, oder?

Larissa: Ja, und wir sind wirklich sehr stolz und glücklich, dass wir es mit ihm zusammen umsetzen durften. Die Zusammenarbeit war eben auch sehr schön, er brachte Ideen ein, wir lieferten weitere Inputs dazu… Und das Ergebnis ist einfach fantastisch, es gefällt uns sehr! Diese Comic Figuren im Stile von Shield Blades, die uns darstellen, Freya in der Mitte, im Hintergrund die Berge, die perfekt ins Gesamtbild passen…

Romana: Schweizer Berge (beide lachen).

MI: Zudem ist der der „Forest Witch“ ja auch vom Volk der Ents aus Tolkiens „Herrn Der Ringe“ inspiriert. Mögt ihr selbst eigentlich so Fantasy-Filme und -Bücher oder ist das eher nicht so eure Welt?

Larissa: Doch doch, sogar sehr (lacht).

Romana: Also ich für meinen Teil lese eigentlich keine Bücher – aber ich glaube, Larissa schon (Gelächter). Aber ich schaue sehr gerne Fantasy-Filme. Und das Lustige ist, dass Jay und Larissa momentan voll auf dem Harry Potter – Trip sind.

Larissa: (lacht) Wenn man schon mal Zeit für sowas hat.

MI: Stichwort Film: Wenn ihr die Chance hättet, in einem Remake eines Films mitzuspielen, welcher wäre es? Und welche Rolle würdet ihr dabei gerne spielen?

Romana: Ou… Ich habe immer gesagt, dass ich den Film „Zombieland“ sehr toll finde. Ich denke, ich würde einfach mal gerne als Zombie rumlaufen, da muss man auch nicht allzu viel schauspielerisches Geschick an den Tag legen… einfach nur komisch herumschwanken (lacht). Und du, Larissa? Eine Fee oder so?

Larissa: Mir gefällt zum Beispiel „Pulp Fiction“ sehr gut, in den würde ich mich gerne einmal hineinbeamen. Einfach, weil alles so abstrus ist. Aber es gibt jetzt keine bestimmte Rolle, die ich darin jetzt unbedingt einnehmen möchte. „Spinal Tap“ fällt mir noch ein, aber das haben wir zuweilen auch einfach so im realen Leben.

Romana: Das stimmt (beide lachen).

MI: Nochmals zurück zum tollen Cover Artwork. Denkt ihr, dass solche Kunstwerke auch den Verkauf von Schallplatten vermehrt befeuern?

Larissa: Dem würde ich zustimmen, ja. Es löst ja auch diesen Sammlertrieb aus, den viele schönerweise noch haben. Uns geht es da nicht anders, wir lieben es, so ein CD-Büchlein oder eben ein Schallplattencover in der Hand zu halten, es anzuschauen, darin zu lesen…

Romana: Vor allem Lala, unsere Schlagzeugerin, ist eine sehr grosse Sammlerin, seien es Platten, CDs, einfach alles Mögliche.

MI: Ihr habt bisher jedes Jahr ein neues Album veröffentlicht. Erfolgte das bewusst, oder wäre „The Witch Of The North“ eher später erschienen, wenn Corona eure Tourneepläne nicht zum Platzen gebracht hätte?

Romana: Unser Plan war schon, gleich nach „Dance With The Devil“ weiterzumachen und so schnell wie möglich ein weiteres Album nachzuschieben. Der Grund ist eigentlich recht simpel: Die Ideen waren einfach schon vorhanden – und Corona gab uns nun noch zusätzlich Zeit, um noch intensiver die Köpfe zusammenzustecken und alles – man könnte sagen – bewusster zu schreiben.

Larissa: So wie ich das bisher mitbekommen habe, läuft es in der Regel so, dass Romana einen Tag, nachdem ein Album fertig produziert ist, gleich wieder mit tausend neuen Ideen von Riffs fürs nächste Album um die Ecke kommt (lacht).

Romana: Lala möchte mich in so einem Moment zwar jeweils am liebsten umbringen, aber das ist ok (lacht).

MI: Auch wenn noch vieles ungewiss ist – habt ihr schon Pläne für Live-Auftritte?

Larissa: Pläne gibt es schon, wie zum Beispiel die Tour ab September zusammen mit Primal Fear, aber ob die stattfinden kann, weiss momentan wohl noch niemand wirklich mit Gewissheit. Aber natürlich hoffen wir sehr, dass es bald wieder losgehen kann.

MI: Habt ihr schon eine Idee, welche Songs von „The Witch Of The North“ es ins Set schaffen werden?

Romana: Eine gewisse Vorstellung haben wir bereits, ja. Den Titelsong werden wir sicher spielen, „Flight Of The Valkyries“ auch, „We Stand As One“…

Larissa: Die auf alle Fälle. Aber alles dürfen wir jetzt auch nicht verraten, sonst verderben wir den Leuten ja die Überraschung (lacht).

MI: Mit welchen drei MusikerInnen oder Bands – lebendig oder bereits verstorben – würdet ihr gerne mal auf der Bühne oder im Studio stehen und einen Song machen?

Romana: Iron Maiden

Larissa: Judas Priest… und Van Halen

MI: Angenommen, ihr könntet in der Zeit zurück reisen – welchen Ratschlag würdet ihr eurem sagen wir mal 10 Jahre jüngeren Ich geben?

Romana: Wow, diese Frage… Was wir anders machen würden…

Larissa: Ich hätte noch viel früher damit beginnen sollen, mich so intensiv mit Musik zu beschäftigen. Denn das ist es, was mich glücklich und zufrieden macht – zusammen mit coolen Leuten Musik machen.

Romana: Mir fällt dazu ehrlich gesagt gerade nicht sein. Ich fand eigentlich alles toll, so wie es bisher gelaufen ist. Ich würde es wieder genauso machen.

MI: Romana, Larissa, ganz herzlichen Dank an euch beide für dieses interessante Gespräch!

 

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